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Leben und Sterben für die Firma, schuften, bis der Schlag sie trifft – die totale Hingabe gehört zum Selbstverständnis vieler Arbeiter und Angestellter in Japan. Der heutige Film, den ich selber noch nicht gesehen habe, beschäftigt sich mit Karoshi – dem Tod durch Überarbeitung der in Japan ein gewaltiges Thema ist.

TV-Today schreibt: “Wer gegen die totale Aufopferung für Chef und Firma aufmuckt, verliert sein Gesicht. Die Wirtschaftskrise verstärkt den Druck. Doch den Job zu verlieren oder nicht mehr mithalten zu können, gilt als Schande. Der Film von Thomas Euting dokumentiert den Arbeits-Stress in Japan.”

Heute am 20.01.2010 um 21:00 Uhr bei 3Sat (Wiederholung am 29.01)

Für eXtraWagandt Leser nicht nur aus der Perspektive gesellschaftlicher Konditionierungen ist dieser Film möglicherweise ein Augenöffner. Hoffe die Umsetzung hält was der Film verspricht :-)

12 Antworten zu “Fernsehtipp heute “Sterben für die Firma” über Karoshi in Japan”
  1. Fried Fertig sagt:

    In Japan wundert es leider nicht.

    Dort kommt eine autoritätenhörige Mentalität (noch schlimmer als in Deutschland) mit einer kapitalismusverdorbenen Besatzung und vollständiger Gehirnwäsche zusammen. Sicher gibt es noch mehr Einflüsse, vielleicht macht Walfleisch auch einfältig und genügsam. 5 Tage Urlaub im Jahr müssen halt reichen. Gewerkschaften? Was ist das?

    Ich lebe in der Nähe einer der Sehenswürdigkeiten die bei japanischen “Knippstouristen” auf dem Europa-Programm steht und wurde vor vielen Jahren als Anhalter mal von einem Reisebusfahrer mitgenommen welcher regelmäßig japanische Gruppen fährt. Er schilderte mir dann auch, dass die meisten Urlauber sich höchstens 1-2 Mal im Leben einen solchen Trip gönnen. Ganz Europa in 2 Wochen. Dafür wird 3-4 Jahre der Urlaub aufgespart und da bleiben für jede Sehenswürdigkeit in etlichen Ländern eben nur 5 Minuten bis 1/2 Stunde. Deshalb wird auch soviel geknipst. Der Urlaub findet zuhause statt, wenn man sich die Bilder anschaut. Traurig ist das. Nur Stress. Da ist schon der Urlaub “Karoshi”…

    Noch ein Filmtipp gleich darauf

    http://programm.daserste.de/Pages/Meldungen/Detail.aspx?id=cPU7ytDns7s%3d

    Geld für alle! Das Erste, Mi, 20.01.10 | 23:30 Uhr

    Gibt es eine bessere Welt?
    Film von Ulrich Stein und Christian Gramstadt

    US-Städte verwahrlost, Dubai “pleite”, Spekulanten im Gold- und Zinsrausch, Unternehmer in der Kreditklemme. Die deutsche Kanzlerin ist sauer auf ihre Banker, der Bundespräsident besorgt. Die “Bad Boys” agieren – die “Bad Banks” reagieren. Was hat sich seit der globalen Finanzkrise eigentlich geändert – außer, dass die Staaten unglaublich viel ärmer geworden sind und die Schaffenden um ihre Jobs bangen? Warum scheinen alle nationalen und internationalen Regeln nicht zu greifen? Die Experten streiten über Folgen der Finanzkrise und über neue Chancen. Die Politiker laborieren an den Symptomen. Frage nur: Ist unser Finanzsystem im Kern überhaupt “gut und funktional”? Gehen wir mit unserem Geld richtig um? Und taugen Begriffe wie “Wachstum” und “Arbeit” noch als praktische Symbole für den Weg in eine bessere Welt?

    Die beiden ARD-Reporter und -Präsentatoren Tobias Schlegl und York Pijahn machen sich auf die Suche nach Alternativen. Gibt es realistische Möglichkeiten, den Zyklus der Krisen zu mildern, gar zu sprengen?

    Dabei treffen sie zum Beispiel Götz Werner. Der Unternehmer formte eine milliardenschwere Drogeriemarktkette und vertritt heute vehement das “Bedingungslose Grundeinkommen”: “1.500 Euro für jeden ohne Einschränkungen von der Geburt bis zum Tod, denn heute leisten Maschinen so viel, dass jeder am Leben teilnehmen kann.” Vision, Illusion, Spinnerei? Wohl kaum: Unter Titeln wie “Grundeinkommen”, “Grundsicherung” oder “Bürgergeld” vereinen sich Politiker der Linken und SPD ebenso wie Vertreter der CDU und FDP. Und Finanzexperten haben nachgerechnet: Das Modell ist finanzierbar.

    Schlegl und Pijahn besuchen auch Christian Gelleri und Franz Galler, die Initiatoren von neuen, ergänzenden Währungen wie dem “Chiemgauer” und dem “Sterntaler” in Bayern. Diese “andere Währung” soll nicht nur die regionale Wirtschaft fördern, sie soll auch einen gesellschaftlichen und sozialen Beitrag leisten. Wie sieht das in der Praxis aus? Und was bringen solche Währungen tatsächlich? Der frühere belgische Zentralbanker und Hedge-Fonds-Gründer Bernard Lietaer hält nur noch eine Währung für zukunftsfördernd, die allein die Produktion und den Konsum fördert und regelt. Beispiele gefällig? Mitten in der Weltwirtschaftskrise von 1929 schafften viele deutsche und österreichische Gemeinden neuen Wohlstand durch die Einführung einer “zweiten Währung”. Und ohne eine Pflegewährung wäre die japanische Altersversorgung wohl schon lange zusammengebrochen.

    Deshalb suchen und finden Tobias Schlegl und York Pijahn Antworten auf ihre Fragen nicht nur in Deutschland. Sie setzen sich mit anderen, existierenden Konzepten in Ländern wie Kuba oder den Vereinigten Arabischen Emiraten auseinander.

    York Pijahn reiste nach Dubai, weil in der islamischen Welt das Konzept des “islamischen Geldwesens” immer populärer wird. Hierbei darf das Geld nicht für riskante und oft zweifelhafte Spekulationen benutzt werden. Die Investitionen müssen nachvollziehbar sein. Alle Partner sollen gemeinsam von ihnen profitieren. Zinslose Finanzierung: Beim “islamischen Geldanlegen” werden ethische Prinzipien vor den Profit gestellt, ein Prinzip, das einst auch im Christentum galt.

    Tobias Schlegl reiste nach Havanna. Dort wollte er erfahren, was die Regierung nach dem Ende des Sozialismus in der “alten Welt” gelernt hat. Eine neue Wirtschaftspolitik versucht die selbstständigen Bauern zu fördern und Eigeninitiative zu unterstützen. Oswaldo Martinez, der Vorsitzende des Wirtschaftsauschusses im kubanischen Parlament, gibt Auskunft über die neue Politik. Anhand selbstständiger Bauern in Bayeros zeigt der Film die Auswirkungen. Ein alter, neuer “dritter Weg” zwischen Sozialismus und Kapitalismus? Auch andere Länder in Lateinamerika denken an einen “Aufbruch”.

    Die Dokumentation “Geld für alle! Gibt es eine bessere Welt?” zeigt unkonventionelle Ideen und praktizierte Modelle zur Krisenabwehr – jenseits der aktuellen Diskussion über Bankenaufsicht, Bonuszahlungen und transparente Finanzprodukte.

    Klingt sehr interessant. Ob hier mal das ARD hält was es verspricht?

    Viele Grüße
    Fried

  2. turbulence sagt:

    Klar, das Japan auf der Lebensqualitätsliste auf den ersten Plätzen zu finden ist, während z.b. Kuba unter ferner liefen angesiedelt ist. Auch die Kubaner träumen vom westlichen Lebensstil während sie sich im stressfreien Paradies befinden. Radioaktiv bestrahltes Gemüse ist bestimmt gesünder als das direkt vom Feld geerntete.
    Hormon-gammel-fleisch steigert auch die Lebensqualität und Bürokratie die dir deine Lebenszeit spannender macht, nach all diesen dinge sehnen sich einfache Menschen welche ein langweiliges stressfreies Leben haben.

  3. Hank sagt:

    Wie definiert man eigentlich den Begriff “Sklaverei” ?

  4. qittatun sagt:

    Ja, nur wählen wir diese Sklaverei selber. Wer keinen Bock auf diese Quetsche hat, steigt aus? Tun die meisten aber nicht, weil sie den “Komfort” nicht missen wollen. So gäbe es z. B. dieses Forum nicht, wenn alle hier konsequent wären und den gesellschaftlichen Konventionen entsagten, weil sie dann auch kein Geld mehr hätten, Rechner, Strom und Internet zu finanzieren.

    Ja, der Bericht ist bitter. Doch welchen Perspektivwechsel soll er mir bringen?

    VG qittatun

  5. Maldek sagt:

    @turbulence

    Lebensqualität wie du und ich es vielleicht verstehen ist nicht was gemeint ist, wenn eine “wissenschaftliche” Studie darüber gemacht wird.

    Sie schreiben dann zwar “Lebensqualität” was sie meinen ist aber Wohlstand und Geld.

  6. Fried Fertig sagt:

    Ich werde morgen noch dem Programmdirektor des ARD und den Produzenten des Films einen Dankesbrief schreiben, für den Bericht des ARD den ich oben verlinkt habe. Und um erneute Austrahlung bitten, besser aber in früheren Zeiten. Wirklich fast alles drin, für eine halbe Stunde wirklich eine beachtenswerte Leistung…

    - Bedingungsloses Grundeinkommen nebst Interview mit Götz Werner
    - Regio-Währungen und ihre Vorzüge. Auch Margret Kennedy kommt zu Wort
    - Bernard Lietaer ebenfalls, Mitbegründer der EURO-Währung und zugleich Kritiker der unmoralischen Geldvermehrung durch das Geldsystem und Investmentbanker
    - Islamic Banking, das Zinsverbot wie es die katholische Kirche erst vor rund 200 Jahren aufgehoben hat wie auch “moralische” Geldanlage
    - ethisches Banking und die deutschen Banken die es bereits erfolgreich betrieben

    u.v.m. Auch die niemals rückzahlbaren Schulden nach gegenwärtigem System kommen zu Wort. Wenn auch nur kurz am Schluss.

    Ja, ich schreibe einen Dankesbrief, denn auch ich meckere meist eher und spreche viel zu selten ein Lob aus. Dass geht sicher nicht nur mir so. Viele recht gute und auch investigative Sendungen wie Monitor, Report, etc. wurden in den letzten Jahren mehr und mehr beschnitten. Sendezeit von 45-60 Minuten auf 30 zugunsten von vermeintlich quotenträchtigerem Verdummungs-TV gekürzt. Auch weil wir alle zu selten ein positives Feedback abgeben. Dass ist Fakt.

    Mit Mails und Briefen gibt man Leuten wie Dr. Thomas Bellut, Programmdirektor des ZDF, eine Chance gute Sendungen zu halten und zu erweitern. So wie es half mit Beschwerdebriefen einen Johannes B. Kerner aus dem ZDF zu vertreiben ;-)

    Ich gehe davon aus und hoffe, dass der Film in der ARD Mediathek ab morgen für eine Woche hier zu finden sein wird.
    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3470128

    Viele Grüße
    Fried Fertig

  7. Anna Schindler sagt:

    Überschneidung FF :D

    Ja, sehr gute DOKU !!!
    habe es grade eben im Forum auch gepostet!

    Es gibt heute Nacht auch eine WH um 2.55 Uhr !!! falls das jemand schafft ….

    Danke!

    LG Anna

  8. gerald sagt:

    Ron Paul Powerful Speech – A Call for Revolution?
    http://www.youtube.com/watch?v=-vLV4jn8BMU
    http://www.mmnews.de/index.php/201001194709/MM-News/Ron.html <– auf Deutsch zum nachlesen.

    Da scheint wer aufgewacht zu sein?!

  9. gerald sagt:

    Und bemerkt wie tief sie in der *** sitzen :D

  10. Anna Schindler sagt:

    Im Forum gibt es einen eigenen thread zu Ron Paul!
    schaut doch vorbei….

    http://extrawagandt.de/forum/politik-wirtschaft-und-gesellschaft/dr-ron-paul-eine-personifizierte-integritat/#p1122

    LG Anna

  11. Tempora Mutantur sagt:

    @ Hank

    Eine nicht ganz ernstgemeinte aber auch nicht völlig verkehrte Antwort auf Deine Frage hatte mal eine Zeitschrift mit einer Karikatur beantwortet. Ich glaube, es war die inzwischen “ausgestorbene” CODE. Jedenfalls hingen zwei Männer an Ketten nebeneinander, ein Russe und ein Amerikaner. Der Russe schaut ein wenig verständnislos auf die Ketten beim Amerikaner woraufhin der ihm zur Antwort gibt: “Siehs mal so, meine sind vergoldet.” Ich glaube, das triftt es schon ganz gut.

  12. Vatari sagt:

    Es kommt was in Bewegung!

    “Gott Globus
    Umweltschutz als neue Weltreligion
    Biblische Plagen wie Hungersnöte und Sintfluten gelten nicht mehr als gottgewollt, sondern vom Menschen gemacht. Ist der Umweltschutz die neue Weltreligion? …”
    http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/kulturzeit/themen/141210/index.html
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=16413

  13.  
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