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Rockefeller-Stifung und Polio

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BenutzerBeitrag

21:54
12. März 2010


qittatun

Einsteiger

Beiträge 71

Angeregt durch Maldeks Hinweis im Aids-Fred habe ich mich umgeschaut und folgendes gefunden:


Hans Tolzin in einem Aufsatz über die Polio-Forschung:

…Doch nicht nur beim Polio-Thema war das Institut Meinungsführer,

wie die Universität Wien auf ihrer Webseite vermerkt:

"Das Rockefeller-Institut gilt als der Ort mit den meisten größeren

Durchbrüchen innerhalb der Biomedizin des 20. Jahrhunderts – es

gibt keinen vergleichbaren anderen Platz auf der Welt mit einer

ähnlichen Dichte an biomedizinischen Basisinnovationen."(46)

Ob diese "Basisinnovationsdichte" der unabhängigen medizinischen

Forschung gut getan hat, sei dahingestellt. Das Institut wurde, wie

der Name schon sagt, von der Rockefeller-Familie finanziert, einer

der reichsten in der ganzen USA, der neben Banken und Ölkonzernen

bereits damals Firmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie

gehörten.

Deshalb ist es wohl nicht weit hergeholt, hier einen gewissen Inte-

ressenkonflikt zu vermuten. Dieser könnte sich darin äußern, dass

das Institut und sein Direktor ihren enormen Einfluss dazu benut-

zen, das Ziel und den Weg der Polioforschung ausschließlich auf die

Erzeugung von Impfstoffen festzulegen, die dann natürlich u.a. von

Rockefellers Impfstoff-Firmen geliefert würden.

Der pharmakritische Buchautor Hans Ruesch beleuchtet in seinem Buch

"Das Pharmakartell" sehr kritisch die Entstehung und Zielsetzung

der Rockefeller-Stiftung, die nach starken politischen Widerständen

wegen der bekannt rücksichtlosen Vorgehensweise Rockefellers 1913

nur sehr zögerlich von der Regierung als Stiftung anerkannt wurde.

Ruesch: "Auf diese Weise war der Boden für die 'Erziehung' der

amerikanischen Öffentlichkeit vorbereitet, die das Ziel hatte, eine

arzneiabhängige Bevölkerung zu schaffen, schon bei Kindern mit

Hilfe der Schulen, dann bei Erwachsenen durch direkte Reklame, und

endlich durch den Einfluss der Medien, die ihrerseits von ihren

Einkünften aus der Werbung abhängig waren."(47)

Die bekannten alternativmedizinischen Autoren Harvey und Marilyn

Diamond, von denen das zweibändige Werk "Fit for Life" ("Fit fürs

Leben") stammt, schreiben über die Tätigkeit Rockefellers: "Wissen

Sie, warum Institute, die Lehrgänge über alternative Medizin anbie-

ten, nicht zugelassen werden? Anfang dieses Jahrhunderts gewährten

die Rockefeller- und die Carnegie-Stiftung den medizinischen Hoch-

schulen hochherzige Zuschüsse. Ihr Ziel war es, einen achtbaren,

medizinischen Berufsstand für Leute aus der oberen Schicht zu

schaffen, einen Stand, dessen Lehrmeinung auf medikamentöser Thera-

pie aufbaut – zufälligerweise waren die Rockefellers zu diesem

Zeitpunkt schon in der Pharmaindustrie tätig. Es gab damals viele

verschiedene Richtungen in der Gesundheitsvorsorge.(48)

Interessanterweise war es ausgerechnet Abraham, der Bruder von

Simon Flexner, der den Weg für eine rein auf medikamentöse Behand-

lung ausgerichtete medizinische Ausbildung bereiten sollte: Abraham

Flexner hatte im Jahre 1910 im Auftrag der Carnegie-Stiftung den

sog. "Flexner-Report" erstellt, in dem er dem größten Teil der

medizinischen Schulen in Kanada und den USA einen "unzureichenden

wissenschaftlichen Standard" bescheinigte, ungeeignet für Zuschüs-

se, über deren Empfehlung er selbst entscheiden sollte – nicht etwa

Zuschüsse von staatlichen Stellen, sondern von der privaten Carne-

gie- und Rockefeller-Stifung, wohlgemerkt.

Wie die Diamonds in ihrem Zitat bereits andeuteten, erhielten in

erster Linie jene Schulen, deren Lehrstoff nicht vornehmlich auf

medikamentösen Therapien beruhte, von diesem "Report" eine schlech-

te Bewertung.

Nach Auskunft der Britannischen Enzyklopädie entschied Flexner in

der Folge über die Vergabe von 500 Millionen Dollar aus der Rocke-

feller-Stiftung an die von ihm entsprechend bewerteten Institutio-

nen.(49) Berücksichtigt man den enormen politischen und finanziel-

len Einfluss der Rockefeller-Stiftung und der mit ihr kooperieren-

den Institute, war der weitere Weg der Polio-Forschung im Grunde

vorgezeichnet:

- Die ausschließliche Suche nach der Bestätigung der Virustheorie

- Die Vernachlässigung anderer möglicher Ursachen für Polio

- Entwicklung eines Impfstoffes, auf der Grundlage der Virushypo-

these, die jedoch weder im Jahre 1909 noch später – wie wir noch

sehen werden – keineswegs bewiesen worden war.

Die Bedeutung des „Milieus“ für einen Erreger wurde dabei nicht beachtet.

Rockefellers Leitspruch soll übrigens "Konkurrenz ist Sünde" gewesen sein.

VG qittatun

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