Wer aktuell kritisch mit der Gefährlichkeit der Aschewolke umgeht wird schnell auf die angebliche Verglasung eines F-16 Jet-Triebwerks als Beweis für die Gefährlichkeit hingewiesen. Sehen wir uns diese Meldung einmal näher an, wie sie im Original bei N-tv veröffentlicht wurde.
So heißt es bei N-tv hierzu:
“Vulkanasche hat einen NATO-Kampfjet vom Typ F-16 bei einem Testflug über Europa beschädigt. Die Maschine landete am Wochenende mit Glas im Triebwerk, sagte ein hoher US-Beamter. Das Glas sei aus Vulkanasche entstanden, die in das heiße Triebwerk geriet.”
Was auffällt; hier wird auf die Quelle nur wie folgt Bezug genommen: “sagte ein hoher US-Beamter”
Warum wird hier wohl kein Name genannt, keine Funktion, und keine konkrete Position des “hohen Beamten” erwähnt. Hier tauchen doch zwingend Fragen auf: Handelt es sich um einen Schuldirektor?, einen leitenden Feuerwehrmann?, einen Politiker?, oder einen Militärangehörigen? Niemand weiß es – und NIEMAND fragt danach.
Noch viel besser ist freilich der unmittelbar folgende Satz im gleichen Artikel (Original Zitat N-tv):
“Der Beamte machte keine genaueren Angaben darüber, wann und wo der Jet flog. Er wollte auch nicht bestätigen, dass es sich um eine US- Maschine handelte: “Jemand flog den Jet und er hatte Glas im Triebwerk.”
Ist das nicht unglaublich: “Jemand flog den Jet und er hatte Glas im Triebwerk” sagte angeblich ein hoher unbekannte Beamter der nicht darüber sprechen will wann und wo der Jet flog. Das muss dem Leser eben reichen, das ist Klappsmühlen-Niveau und aktive Verdummung. Der Original Artikel bei N-tv wurde von mir abfotografiert ist aber aktuell auch noch hier zu finden klick.
Würde eine solche Meldung mit einer solchen Erklärung von einem Blog im Internet stammen, die Häme der “Qualitätsmedien” wäre gerechtfertigter weise groß.
Inzwischen wird aber diese Meldung die nichts als eine Story – und für mich auch aus technischer Sicht ein Hoax ist (Jet Triebwerke werden nicht so heiß, das eine Verglasung überhaupt möglich ist) in den Mainstream-Medien unreflektiert zur Tatsache erhoben.
Und zwar ohne Hinweise auf die oben genannten einschränkenden Faktoren zur Glaubwürdigkeit. Man höre dazu auch die Aussage von Frau Wichtig im Niki Lauda interview im Video im Rahmen meines letzten Postings an.
Aber auch die ARD erhebt die Story auf Ihrer Webseite längst zur Tatsache, dort heißt es:
“Inzwischen bestätigte ein US-Beamter, dass bei einem NATO-Kampfjet Glas im Triebwerk gefunden wurde, das auf die Vulkanasche zurückzuführen sei. Der Jet habe sich zuvor auf einem Testflug über Europa befunden. Dabei sei die Asche in das heiße Triebwerk gelangt. “Man kann fliegen, aber es ist sehr gefährlich”, hieß es.” Die Meldung ist hier zu finden – letzter Absatz.
Die vorhandene Einschränkung bzgl. der Glaubwürdigkeit durch die Verwendung von “habe”, “sei” und “hieß es” wird jedenfalls nur von wenigen aufmerksamen Lesern registriert, wetten. Ob das wohl Absicht ist???
Fakt ist; das ist nicht nur schlechter Journalismus sondern ein deutliches Signal WAS von solcherlei Meldungen zu halten ist.