“The American Dream” ist ausgeträumt, – aufgewacht die Realität hat gerade die Tür eingetreten
Geschrieben von Alexander Wagandt in AllgemeinWer noch den American Dream träumt muss in der Tat tief und komatös schlummern. Und wenn auch die "unabhängigen Medien" noch plump und realitätsunempfindlich die Frage diskutieren ob eine "mögliche Rezession wohl die USA erreicht" – ist die Realität dort längst angekommen.
Hier ein kleiner aktueller Ausschnitt der Nachrichten für die einfach kein Platz bei ARD, ZDF und Co mehr war.
Chrysler steht offensichtlich (für fas jeden offen ersichtlich) unmittelbar vor dem Konkurs (ja, ich weiß, es wird gerade wieder dementiert. Ist aber doch auch verständlich; Daimler hat gerade 1,5 Mrd. Kredit für sein ehemaliges Sorgenkind bereitgestellt (das hatte man beim Verkauf so vereinbart) ??? (Wie auch noch die Garantie für die Pensionszahlungen von Chrysler zu übernehmen, sollte Chrysler innerhalb von 5 Jahren pleite gehen) Unter diesen Umständen wäre es gerade zu sträflich (hihi) jetzt von Konkurs zu sprechen. Aber wer Bear Stearns nicht vergessen hat, weiß wieviel so ein Dementi wert ist. Zu diesem Thema noch ein sehr lesenswerter Artikel bei MM news
Bank of America streicht 7.500 Jobs.
Die amerikanische Handelskette Ann Taylor schließt 117 Geschäfte.
The GAP schließt 85 Geschäfte
Foot Locker schließt bei 140 Geschäften die Tür dauerhaft zu
Der Inhaber von Disney Store will 98 Stores schließen
In Atlanta schließt Home Depot einen seiner größten Läden.
Auch Sonnenbrillen helfen nicht das aufwachen zu verhindern – Pacific Sunwear schließt 154 Demo-Stores. Im Mai hatte man bereits bei 74 Demo-Stores den Stecker herausgezogen.
Bei Movie Gallery sollen 400 Geschäfte geschlossen werden um einen Konkurs zu verhindern.
Sharper Image (mochte die Läden immer gerne) hat Konkurs angemeldet und will jetzt 90 von 184 Läden schließen.
Bombay Company ist da konsequenter – alle 384 Läden in den USA werden geschlossen. (Die Handelsketteninfos stammen aus der aktuellen Midas Ausgabe)
Ach ja und die Aktie von General Motors steht auf dem tiefsten Stand seit 53 Jahren. (Freilich ist diese Aktie in Wirklichkeit fundamental völlig wertlos, aber das man nicht einmal mehr den trüben Schein in der Lage zu wahren ist … Natürlich sieht es bei Ford um keinen Deut besser aus.
Aber zumindest der Ölpreis steigt. 140,37 USD war heute das bisherige Tageshoch. Die Abwertung des US-Dollars ist im vollen Gange. Die Inflation folgt Ihr nicht minder dynamisch nach. (Am Dienstag stieg der Preis für Eisenerz um 96,5 %) Warum ist klar: Geld kann man drucken Öl und Eisen nicht.
Aber einen echten Schenkelklopfer habe ich auch noch gefunden.
Unter der martialen Überschrift:
US-Kongress geißelt Spekulanten
schreibt ein Herr Tobias Beyer bei der Financial Times eine wahre Real-Satire
"Ist der Ölmarkt ein hemmungsloses Kasino für Glücksritter? Das behauptet zumindest ein demokratischer Kongressabgeordneter. Und er hat sehr gute Argumente. Laut einer Studie des Energieausschusses haben Finanzinvestoren ihr Engagement an den Terminmärkten massiv ausgebaut." schreibt er.
Und weiter heißt es:
"Die Zahl ist beeindruckend: Spekulanten halten inzwischen 71 Prozent aller Ölkontrakte an der New York Mercantile Exchange (Nymex). Vor acht Jahren waren es nur 37 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Energieausschusses des US-Repräsentantenhauses."
"Das wirft natürlich Fragen auf, ob sich die Ölpreise von Angebot und Nachfrage entfernt haben und der Ölmarkt zu einem hemmungslosen Kasino für die Spekulanten geworden ist", sagte der demokratische Abgeordnete John Dingell, der gemeinsam mit seinem Kollegen aus Michigan, Bart Stupak, die Analyse in Auftrag gegeben hat. Am Montag findet dazu eine Anhörung statt. Eingeladen sind unter anderem Vertreter der Energiebörsen Nymex, Intercontinental Exchange und der US-Terminbörsenaufsicht CFTC." (der Artikel findet sich hier)
Soweit so gut. Zum Treppenwitz wird dieser Artikel freilich, wenn man die tatsächliche US-amerikanische Ölpolitik der letzten 60 Jahre diesem peinlichen Stück ausgelebter Verlogenheit gegenüber stellt. Miilardenzahlungen an die korrupte menschenverachtende Regierungen, permanent manipulierte Märkte, zahlreiche Kriege, unverholene Drohungen und durchschnittene Unterseekabel – ja die USA haben alles Recht sich als wahre Saubermänner in Sachen Öl das Verhalten der Spekulanten zu "geisseln". Eine Antwort sollten sie den Spekulanten allerdings geben: Nämlich die Lösung auf die Frage, worin es sich alternativ zum Öl noch zu investieren lohnt. Doch sicher nicht in die US-Wirtschaft . Und anders als bei Gold und Silber ist das "erzeugen von virtuellen Beständen beim Öl nicht so einfach möglich. Da kann man natürlich verstehen, wenn die Cowboys ganz unruhig auf Ihrem Sattel herumrutschen. Iaaaahhh!
Als ich übrigens vorhin bei einem Kunden im Auto saß liefen dort gerade die Nachrichten. Ganze drei Schlagzeilen waren da für berichtenswert erachtet worden: 1. Die angedachte Erhöhung des Kindergeldes. 2. ein Bericht über Kurt Beck (?) 3. Infos zum Fußball-EM Halbfinale.
Mmmmhhh – vielleicht habe ich ja nur schlecht geträumt und es ist in Wahrheit alles gar nicht so schlimm???
Ich muss mich doch mal kneifen.
AUA, also doch – ich hab´s befürchtet!







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