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Auch wenn ich heute nur wenig Zeit habe; ganz ohne Kommentar geht es einfach nicht.

Unter der Überschrift:

Europas Börsen im Plus schreibt die Telebörse (gehört zu N-TV):

"Die europäischen Aktienmärkte sind nach guten Vorgaben aus den USA mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet." Und weiter: "Vor allem die positive Vorgabe der US-Märkte habe zum Wochenschluss für etwas Kauflaune gesorgt" hieß es.

Hier finden Sie den Original-Artikel

 

Gute Vorgaben? Hab ich da was verpasst? Sicher die Wallstreet konnte nach einem Zick Zack Kurs schließlich im Plus schließen. Wozu hat man schließlich das Plunge Protection Team, aber lesen wir was die Financial Times Deutschland gestern nach Börsenschluss schrieb:

"US-Finanzkrise lässt Anleger bangen"

von Thomas Spinnler (Frankfurt)

"Die Rückkehr der Finanzkrise hat die Vortagesgewinne komplett aufgezehrt. Merrill Lynch drohen Milliardenabschreibungen, die Kurse der US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae brachen erneut ein. Händler stellten verwundert fest, dass die Commerzbank-Aktien dennoch stiegen."

Und weiter:

"Die Negativmeldungen aus der US-Finanzbranche reißen nicht ab. Die schwer angeschlagenen US-Hypotheken-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac sind nach Einschätzung des ehemaligen Fed-Gouverneurs William Poole faktisch zahlungsunfähig. Ihre Anteilsscheine gaben zeitweise um 30 % und 20 % nach. Die Titel von Lehman Brothers brachen um bis zu 18 % ein. Medien berichten ferner über weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe bei Merrill Lynch. Auch der drohende Quartalsverlust beim Konkurrenten Wachovia erschreckte die Anleger."

Und dann noch:

"Ob die Quartalsberichte der US-Unternehmen die Märkte stützen ist ungewiss: "Es gibt Angst vor der anstehenden Berichtssaison, das zieht uns mit nach unten", sagte ein Händler." Hier geht es zum vollständigen Artikel

Gute Vorgaben hören sich doch anders an, oder? Lassen wir uns also nicht länger verdummen!

 

Nachtrag: Inzwischen ist der Dax recht deutlich gefallen und auch die Telebörse hat einen neuen frischen Artikel produziert:

"Dax geht baden. Die Kurse am deutschen Aktienmarkt geraten im Handelsverlauf deutlich unter Druck. Greifbare Gründe für die beschleunigte Abwärtsbewegung gibt es neben einem über die Marke von 145 US-Dollar gekletterten Ölpreis nicht.

Und da bestimmte Infos immer wieder schnell verschwinden, habe ich ein Bildschirmfoto gemacht:

(Dieser Teaser des Artikels ist inzwischen tatsächlich ausgetauscht worden)

 

Der Clou; wenn Sie den verlinkten Artikel  tatsächlich lesen  (und nicht nur die Überschrift scanen) dann lesen Sie:

"Der deutsche Aktienmarkt steht am Freitag massiv unter Druck. Der Dax fällt am letzten Handelstag der Woche auf ein neues Jahrestief und notiert fast 22 Prozent unter dem Jahreshoch vom Januar. Schuld daran sind neue Rekordstände beim Ölpreis und die hohe Nervosität der Anleger hinsichtlich der US-Finanzkrise."

Und weiter – man lese und staune:

"In New York stürzen vorbörslich erneut die Aktienkurse der angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac um 17 beziehungsweise 21 Prozent ab. Die US-Regierung will einen möglichen Kollaps der beiden Institute mit allen Mitteln verhindern und schließt offenbar auch eine Verstaatlichung nicht aus, wie die "New York Times" unter Berufung auf Kreise berichtet."  Hier der Link zum Artikel.

 

Mein Kommentar: Fannie und Freddie haben über 60 Prozent aller USA Immobilien finanziert bzw. deren Finanzierung abgesichert. Und diese "halbstaatlichen" (was bedeutet das??) Institute stehen inzwischen auch offiziell unmittelbar vor der Pleite. (In Wahrheit sind sie es längst!)

Wir sprechen hier übrigens von einem Volumen von 6-8 Billionen (engl. Trillions) die der Staat (der Steuerzahler) nach Überlegungen der US-Regierung möglicherweise übernehmen soll. Diese Summe entspricht damit gut 80 % der offiziellen Gesamtschulden der USA.

Was das für den Wert des Dollars bedeuten würde, dürfte schnell klar werden. Bildhaft gesprochen: In die dünne, wässrige Wertesuppe die den Dollar repräsentiert, würden dadurch noch einmal unvorstellbare, ja gigantische Massen an Wasser zur weiteren Verdünnung hineingegossen.

Aber wie die Telebörse in Ihrer Überschrift bemerkt: Greifbare Gründe für eine beschleunigte Abwärtsbewegung gibt es nicht.

 

Das ist aktive Verdummung und Fehlinformation auf primitivstem Niveau.

 

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